Der Österreichische Tischfußballsport wird seit einigen Wochen vor allem von einem Thema dominiert, der Einführung eines neuen Balles. Auch im Hintergrund wird, vertreten durch die Entscheidungsträger (TFBÖ-Vorstand & Ball-Kommission), dementsprechend intensiv getestet und über Alternativen gesprochen.
Ende Mai hatten die BalltesterInnen Gelegenheit das neue Produkt (den verbesserten Ball vom World Cup in Nantes) auf Herz und Nieren zu prüfen. Zwar waren dabei Fortschritte sichtbar, ein vollendetes Produkt, das den hohen Ansprüchen der Österreichischen Spiellandschaft gerecht wird, schien jedoch noch nicht ausgereift. Aus diesem Grund stellte die Kommission einen Negativ-Bescheid aus und der TFBÖ positionierte sich in einer ablehnenden Haltung gegenüber dem Pro-Play-Ball. In der darauffolgenden Woche wurden Testbälle an weitere Garlando-Länder versendet, auch in diesen Nationen war ein Negativtrend bei den Testurteilen erkennbar. Um eine ehestmögliche Alternative parat zu haben, sendete der TFBÖ Bärenherz Magic- und Garlando High Control Kicker-Bälle an die zuständige ITSF-Ball-Kommission. Mitte dieser Woche wurde schließlich auf Druck des Österreichischen Verbandes eine Freistellung der Ballpflicht erwirkt und der TFBÖ (gemeinsam mit dessen Kommission) hat damit die Entscheidungsgewalt zur Ballwahl bekommen. Gestern und heute ließ der Vorstand noch Meinungen der BalltesterInnen in den Entscheidungsprozess einfließen, da diese im gesamten Entscheidungsprozess stets richtungsweisend waren, die finale Entscheidung obliegt schließlich dem Veranstalter der WCS (in diesem Fall dem TFBÖ).
Die Entscheidung war schwieriger als vermutet, letztlich ist die Wahl des Balles auch von verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Variablen abhängig. Diese Dynamik spiegelt sich etwa in budgetären Auseinandersetzungen (die Firma Garlando hat hier viel finanziellen und zeitlichen Aufwand betrieben) oder in bilateralem Lobbying (Interessen anderer Nationen) wider. Wenn reines wirtschaftliches Kalkül herrschen würde, gäbe es womöglich ein anderes Ergebnis, das ist jedoch nicht die Art und Weise wie wir (ehrenamtlich) arbeiten. Aus folgenden Gründen kam es daher zu folgender Entscheidung pro Bärenherz Magic (und contra High Control Kicker Ball, Pro-Play oder weiteren Möglichkeiten):
Am gewichtigsten ist wohl die Tatsache, dass es mit dem HCKB keinerlei Turniererfahrung gibt und die Einführung eines teils unbekannten Balles bei einem Turnier dieser Größe womöglich zu unbedacht wäre. Weiters hat sich in den letzten Jahren immer wieder herauskristallisiert, dass der Bärenherz Magic der präferierte Ball für das Garlando-Spiel ist. Aufgrund seiner Eigenschaften, der Erfahrungs- und Sympathiewerte ist der BHM daher derzeit die vernünftigste Wahl.
Die Entscheidung diesen Ball auf unbestimmte Zeit (jedoch zumindest bis Ende Oktober) zu verwenden/wiedereinzuführen ist vor allem aber auch eine pro-SpielerIn-Entscheidung und soll zeigen, dass es trotz aller (objektiven) Verbandsarbeit im Grunde auch immer um den/die SportlerIn gehen muss!
Letztlich bleibt jedoch immer zu betonen, dass dies nur eine Übergangslösung sein kann. Die Zukunftsrichtung ist klar, der Pro-Play als verbesserte HCKB-Variante. Das Ziel ist jedoch noch nicht erreicht, bis das Produkt unseren Wünschen (Rundheit des Balls, Rollverhalten, Abnutzung, Preis, Langlebigkeit, Oberflächenstruktur uvm.) entsprechend verfeinert ist, spielen wir auf einem Ball, der zum Großteil positiv aufgenommen wird, und warten wir auf ein Produkt mit dem die Masse zufrieden ist.
Schauen wir also optimistisch in die Zukunft und freuen uns auf eine spannende und vor allem SpielerInnenfreundliche WCS in Oberwart!